ENGAGE

Development of inclusivE iNteGration pAths 4 miGrant women

Entwicklung iNklusiver InteGrationswege für FrAuen mit MiGrationshintErgrund

Frauen mit Migrationshintergrund sind oft verschiedenen Arten von Diskriminierung ausgesetzt und haben es viel schwerer auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Wie aus neuesten Studien hervorgeht, gibt es in den meisten EU-Mitgliedsstaaten einen Mangel an politischen Programmen, die sich vor allem mit weiblichen Migrantinnen auseinandersetzen. Von 32 teilgenommenen Regierungen, haben nur sieben spezielle Programme in Kraft gesetzt. Ein Bericht der EU FRA2 aus dem Jahr 2018 bestätigt, dass es äußerst wenige Beispiele für Aktionspläne mit speziellem Fokus auf Frauen mit Migrationshintergrund oder Gender-Themen gibt.

 

ENGAGE ist ein EU-Projekt, das Frauen mit Migrationshintergrund die Zutrittsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt und zum sozialen Leben des Gastlandes erleichtern soll, indem Weiterbildungs-Workshops, sog. Job-Shadowing-Pläne und interkulturelle Aktivitäten organisiert werden.

 

Die Universität UC Leuven-Limburg aus Belgien ist führender Projektpartner, der gemeinsam mit InterAktion und neun weiteren Organisationen aus neun EU-Ländern dieses Projekt 2021/2022 durchführen wird.

 

Das Projekt richtet sich an Frauen aus Drittländern und Arbeitsmarkt-InteressensvertreterInnen, sowie die lokale Bevölkerung, Fachgruppen, politische EntscheidungsträgerInnen, NGOs und die allgemeine Öffentlichkeit.

Das Ziel des Projekts ist die Unterstützung der sozioökonomischen Integration von Frauen mit Migrationshintergrund, indem ihnen der Zutritt zum Arbeitsmarkt und der Austausch zwischen den Frauen und der Gesellschaft des Landes, in dem sie leben, erleichtert werden soll. Die Erfahrungsübermittlung zum Thema Integration auf EU-Ebene sowie Integrationsmaßnahmen für Frauen aus Drittländern sollen über diese Projekt-Partnerschaften hinausgehen.

 

 

Die Zielsetzungen des Projekts:

 

  1. Aufwertung des Profils von Frauen mit Migrationshintergrund durch Aneignung neuer und Bestätigung ihrer Beschäftigungsfähigkeiten;

  2. Unterstützung erster Schritte beim Zutritt zum Arbeitsmarkt mittels Job-Shadowing;

  3. Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen zwischen Partnerorganisationen, die mit Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten;

  4. Förderung direkter Interaktion und soziokulturellem Austausch mit der lokalen Bevölkerung mittels Organisation gemeinsamer Aktivitäten, um Stereotype infrage zu stellen;

  5. Schärfung des Bewusstseins von Arbeitsmarkt-InteressensvertreterInnen über die Barrieren / Hürden, die MigrantInnen ausgesetzt sind sowie ihren Beitrag zu deren persönlicher und professioneller Entwicklung;

  6. Engagement der Gemeinschaft (lokaler Frauen und MigrantInnen) in sozialen Aktivitäten und kulturellem Leben der lokalen Bevölkerung;

  7. Förderung interkultureller Kompetenzen der wichtigsten Akteure vor Ort;

  8. Bildung von Partnerschaften und Kooperationen unter allen Akteuren, die auf öffentlicher Ebene Integration fördern oder darin involviert sind;

  9. Verbreitung von Knowhow und Best-Practice-Beispielen zum Thema Integration innerhalb und außerhalb der Partnerschaften mittels zielgerichteter Kampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung

 

Positive Auswirkungen auf Frauen mit Migrationshintergrund:

 

  • Unterstützung des Integrationsprozesses und ihrer Teilnahme an der Gesellschaft;

  • Stärkung der aktiven Bürgerschaft in ihrem neuen Leben;

  • Verständnis über ihre Rechte, Zutritt zu Bildung und Arbeit;

  • Erweiterung der Netzwerke innerhalb der Gesellschaft des Gastlandes und berufliche Weiterbildung;

  • Steigerung ihrer Unabhängigkeit und ihres Selbstbewusstseins – Unterstützung in der Visualisierung ihrer Rolle in der Gesellschaft;

  • Steigerung der Sichtbarkeit, Anerkennung und Übertragbarkeit neu erworbener Kenntnisse

 

ERSTE PROJEKTSCHRITTE

 

Qualitative Untersuchungen und Länderberichte / Vergleichsstudien zur Darstellung der derzeitigen Lage in jedem Land. Jede Partnerorganisation organisiert zwei Fokus-Gruppen, eine mit jeweils vier VertreterInnen aus NGOs, lokalen Gebietskörperschaften, Fachgruppen, die auf dem Gebiet der Migration tätig sind und eine mit jeweils vier VertreterInnen aus Migrationsgemeinschaften, vor allem Frauen, um Informationen zu sammeln, die Frauen mit Migrationshintergrund betreffen in Bezug auf:

 

  • Angewandte Verfahren, vorherrschende Probleme und mögliche Lösungen

  • Perspektiven für ArbeitgeberInnen in Bezug auf Einstellung von Frauen mit Migrationshintergrund, multikulturellen Arbeitsplätzen und Gleichstellungsmaßnahmen

 

In den Länderberichten werden Profile von Frauen mit Migrationshintergrund im Hinblick auf ihre Bedürfnisse und Lücken erstellt. Dafür wird ein Glossar zusammengestellt das ein gemeinsames Verständnis über die Termini sicherstellen soll.

 

Als zweite Aktivität sollen für Arbeitsmarkt-InteressensvertreterInnen Schulungsmaterialien erstellt werden, um die Hürden auf dem Arbeitsmarkt besser verstehen zu können.

Als dritte Aktivität soll ein „WILLKOMMENS-UNTERRICHTSPAKET“ für Frauen mit Migrationshintergrund erarbeitet werden mit Materialien, die auf die Bedürfnisse der Frauen in den einzelnen Ländern eingehen, wie z. B. Ankommen in einer neuen Gemeinschaft – die Charakteristiken des Gastlandes kennenlernen (Geschichte, Kultur, Werte und Normen, Zugang zu öffentlichen Ämtern, Bildung, Gesundheitswesen, Arbeitsmarkt), sog. Soft-Skills (Kommunikation, Problemlösung, Teamwork, Anpassungsfähigkeit etc.), Informations- und Kommunikationstechnik-Fähigkeiten (IKT: Internet, Office, LinkedIn etc.), berufliche Weiterbildung (z. B. Vorstellungsgespräche, Lebensläufe, Europass-CV, Beschäftigungsmöglichkeiten, etc.)

 

Jede Partnerorganisation wird 15 Frauen mit Migrationshintergrund zur Teilnahme einladen, die bestimmte Kriterien erfüllen (Motivation ihre Fähigkeiten auszubauen, Sprachkenntnisse, niedriger Bildungsabschluss, geringe Arbeitserfahrung). Andererseits wird jede 15 Arbeitsmarkt-InteressensvertreterInnen einladen, die mit Integrationsprozessen zu tun haben, um an Werkstätten teilzunehmen (durch Info-Tage, Medien-Kampagnen, Netzwerken, Festivals und Events vor Ort, E-Mail, soziale Medien und bereits bekannten Plattformen von Projekten, die sich für Integration von MigrantInnen einsetzen).

 

WORKHOPS

Insgesamt sollen 30 Stunden an Workshops für Frauen mit Migrationshintergrund organisiert (mind. 15 Personen pro Workshop) und danach Befragungen durchgeführt werden, um acht Frauen einzuladen, die an Job-Shadowing-Programmen bei einer lokalen Organisation für zwei Monate interessiert sind (AMS, Trainingszentren, Arbeiterkammer, Unternehmensverbände). Für die 15 InteressensvertreterInnen sollen insgesamt 24 Stunden Workshops organisiert werden, um die Frauen in ihrem Integrationsprozess auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen. Das dabei entstandene Material und die Aktivitäten werden übermittelt.

 

Koordinierender Partner: UC LIMBURG, Belgien

Projektpartner:

SLOWENISCHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN SAZU, Slowenien

InterAktion - Verein für ein interkulturelles Zusammenleben, Österreich

DIMITRA EKPAIDITIKI SIMVILITIKI AE, Griechenland

A & A Emphasys Interactive Solutions Ltd, Zypern

AYUNTAMIENTO DE QUINTANAR DEL REY, Spanien

STICHTING AMSTERDAM EUROPEAN MOBILITY, Niederlande

CY.R.C. CYPRUS REFUGEE COUNCIL, Zypern

METROPOLISNET-EUROPEAN METROPOLIS EMPLOYMENT NETWORK EWIV, Deutschland

Ce.F.A.S. - Centro di Formazione ed Alta Specializzazione, Italien

K.I.T. - KULTUR IM TURM E.V., Deutschland

Projektummer: 957673

Projektbeginn: 01.03.2021

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